Presse


Kirchlich geprägter Jugendchor will quer singen

Die jugendlichen “Quertöne” führen ihr neues Musical “Touch the Sky – König David” in Erlangen auf

In unserer lockeren Reihe über die Gruppen des Erlanger Stadtjugendrings stellen die EN heute den Jugendchor “Quertöne” der evangelisch-methodistischen Kirche vor.

Eine Geschichte voller Liebe, Schmerz, lntrigen, Dramatik und Vergebung rund um den alttestamentarischen König David in einer modernen und unterhaltsamen Verpackung – der Jugendchor “Quertöne” der evangelisch-methodistischen Kirche im Bezirk Fürth-Erlangen wird in Zusammenarbeit mit dem Chor der “Evangelischen Allianz Nürnberg” sein neues Musical “Touch the Sky – König David” vorstellen.

Das Leben Davids, von seinem Sieg über Goliath bis hin zu seiner Krönung als König über Juda und Israel, bildet den historischen Rahmen für die Umsetzung seiner biblischen Lebensgeschichte. Die Liebe zu Michal, der Tochter des intriganten Königs Saul, und die Freundschaft zu Sauls Sohn Jonathan geben dem jungen David Halt in schwierigen Zeiten, in denen er vor Saul und dessen Schergen fliehen muss. Saul verheiratet Michal mit einem anderen Mann, noch bevor er mit seinem Sohn Jonathan in einer Schlacht fällt. So verliert David, der schon bald zum neuen Herrscher ernannt wird, seinen besten Freund und seine große Liebe, so dass auch er den Privilegien verfällt, die sich ihm durch seine neue Macht bieten. Natban der Weise weist ihn zurecht, und so sucht er die Nähe zu Gott, um auch um Vergebung zu bitten.

Der Musical-Chor “Quertöne” und die Solisten des Stücks werden bei ihren Aufführungen in Nürnberg und Erlangen von einer Live-Band unterstützt. Die Gesamtleitung hat die aus den USA stammende Opernsängerin Laura Baxter, die den Chor 1994 gründete und gemeinsam mit den “Quertönen” mittlerweile schon 15 Programme zur Aufführung brachte. Es wurden unter anderem große Broadway-Musicals mit religiösem Hintergrund wie “Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat”, “Godspell” und zuletzt im Jahr 2005 “Anatevka – Fiddler on the Roof” umgesetzt. Die mehr als 30 Chormitglieder im Alter von acht bis 45 Jahren sind nicht nur Methodisten: Es finden sich auch Katholiken, evangelisch-lutherische Christen und Mitglieder anderer freier Gemeinden in ihren Reihen. Ihren Namen haben sich die “Quertöne” bewusst ausgesucht, denn “wir wollen kritisch sein, Dinge hinterfragen und querdenken”, so der Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit, Heiko Bergner.

Mit ihren Stücken aus den letzten Jahren traten die Chormitglieder unter der Leitung von Laura Baxter auch schon in der Schweiz und in zahlreichen deutschen Städten auf, darunter Berlin, Potsdam und München. Im Rahmen des aktuellen Musical-Projekts kam es aber zum ersten Mal zu einer Zusammenarbeit zwischen den “Quertönen” und dem Chor der “Evangelischen Allianz Nürnberg”.

Zwei weitere Chöre

Neben dem Musical-Chor “Quertöne” leitet Laura Baxter gemeinsam mit Beate Maaß noch bis Ende Juni zwei weitere Chöre innerhalb der evangelisch-methodistischen Kirche im Bezirk Fürth-Erlangen: Die älteren Kinder bilden das “Superteam”, während die Kleinsten als singende “Sternschnuppen” auftreten.

Der Eintritt zum Musicals “Touch the Sky – König David” am 20. Mai um 19.30 Uhr im Gemeindehaus am Bohlenplatz ist frei, jedoch sind Spenden erbeten, die einem Hilfsprojekt der evangelisch-methodistischen Weltmission in Brasilien zugute kommen, das unter anderem jungen Brasilianern ohne Beruf und Perspektive eine Ausbildung ermöglicht.

LINDA DREXEL

Erlanger Nachrichten – 17. Mai 2006

     


Bekanntes US-Stück „Godspell“ auf der Bühne der evangelisch-methodistischen Gemeinde

Leben Jesu in einer Musical-Vorlage

Pantomime und ausdrucksstarke Songs – Kreuzigung an einem Bauzaun – Spende für Afghanistan

PEGNITZ (be)  –  Über ein volles Haus konnte sich Pastor Johannes Schäfer freuen. Das berühmte Musical „Godspell“, das bereits 1971 uraufgeführt wurde und in den USA gut angekommen ist, wurde in der evangelisch methodistischen Kirche aufgeführt.

Insgesamt 37 Akteure kann der Chor „Quertöne“ (kommt von Querdenken) aufbieten. Eine dreiköpfige Band, zwei Techniker und Bühnenmitarbeiter stehen unter der Leitung von Laura Baxter. Durch ausdrucksstarke Songs, tolle Tanzdarbietungen und Pantomime wird das Leben Jesus von der Taufe bis zum Tod dargestellt.

Das Musical, für das Oscar-Preisträger Stephen Schwartz Musik und Liedtexte schrieb, stammt von Autor John-Michael Tebelak. Es ist außergewöhnlich schwierig zu inszenieren. Diese Probleme von „Godspell“ bestehen darin, dass ein Großteil der dramaturgischen Handlung, ja im Prinzip die gesamte Handlung des ersten Aktes, zwischen den Zeilen liegt.

Jesus erscheint zunächst als gewöhnlicher Mensch der heutigen Zeit. Er geht mit anderen zu Johannes dem Täufer, weil auch er eine Wäsche braucht. Seine Mittäuflinge erkennen etwas Besonderes in ihm, verstehen aber noch nicht, wovon er spricht.

Nacheinander erzählen sie Gleichnisse und anderes Lehrhafte. Die Frische und Unbefangenheit im Spielen mit dem Wort Gottes macht den Akteuren sichtlich Spaß. Sie werden mitgenommen von „Godspell“ – ein Wortspiel aus dem englischen Wort „Gospel“ (Wort Gottes) und „God's spell“ (Zauber Gottes). Dabei sind sie gefordert, manch eingefahrene Denk und Verhaltensweise abzulegen. Schließlich sind sie durch das „Godspell“ gestärkt. So können sie den gewaltigen Tiefpunkt, die Kreuzigung Jesu (an einem Bauzaun) überstehen, den Weg weiter mitgehen und das Wort, beziehungsweise den Zauber Gottes in die Welt hinaustragen.

Der Text des ersten Aktes ist in seiner Essenz nur eine Serie von Lehren und Gleichnissen, die auf den ersten Blick in keiner besonderen Reihenfolge stehen. Der zweite Akt folgt zwar in erster Linie der Passionsgeschichte – mit solch bekannten Szenen wie dem Verhör Jesu durch die Pharisäer oder dem letzten Abendmahl – ist aber trotzdem ebenfalls mit Gleichnissen und Lehren durchzogen.

Die Zuschauer waren von der Darbietung sichtlich in den Bann gezogen. Lange Beifallskundgebungen zeugten von Begeisterung.

Laura Baxter, eine amerikanische Opernsängerin, die seit acht Jahren in Deutschland wohnt, ist durch einen Kirchenchor zum Singen gekommen. Sie hat bereits bei vielen christlichen und weltlichen Musicals mitgewirkt. Ihre Motivation liegt in dem Ziel, Jugendarbeit zu leisten. Aus dem Chor für Jugendliche ist die Idee geboren, eine Gruppe für junge Erwachsene zu gründen. Durch Musik und Schauspiel sollen Wege erarbeitet werden, Gott und sich selber zu finden.

Der Eintritt war frei. Doch Besucher haben Spenden gegeben. Nach Abzug der Kosten gehen diese Gelder an eine Schule in Peschawar, Pakistan. Dort können etwa 300 Kinder, Flüchtlinge aus Afghanistan, kostenlos lernen und erhalten täglich Gratismahlzeiten. Dr. Habib Ghamin, ein Arzt, der schon sehr lange in Fürth praktiziert, betreibt seit 1995 die Al-Faroug-Schule. Sie ist einem Gymnasium in Deutschland vergleichbar. Neben der schulischen Bildung für Mädchen und Jungen hat Ghamin auch medizinische Hilfe geleistet. Die Einrichtung eines kleinen Lazaretts, einer Impfstation und einer Milchzubereitungsanlage brachte er zuwege. Auch Hygiene- und andere Schulungen werden durchgeführt.

Nordbayerische Nachrichten - Pegnitz Stadt und Land – 22. April 2002

     


Viel  Applaus  für  junge  Darsteller

Laiengruppe führte in der Hugenottenkirche „Godspell“ auf – Einfache Mittel einfallsreich eingesetzt

Das Leben des Jesus von Nazareth steht im Mittelpurkt des Musicals „Godspell“. Mit einer ganzen Reihe von Stilmitteln wie Sprache, Gesang, Tanz, Pantomime und Slapstick verlagern Autor John-Michael Tebelak und Komponist Stephen Schwartz die biblische Geschichte in die heutige Zeit. Die Premiere von „Godspell“ fand 1971, fünf Monate vor der des bekannteren Musicals „Jesus Christ Superstar“ statt, dass dann weltweit Furore machte.

Weg von aller Ernsthaftigkeit klassischer Kirchenmusik erleben die Zuschauer bei „Godspell“ ein Spektakel amerikanischer Herkunft, das mit seinen Überzeichnungen und mancher Albernheit die Meinungen spaltet, auf jeden Fall aber für Diskussionsstoff sorgt. Ohrwürmer wie das weithin bekannt gewordene „Day by Day/Tag für Tag“ wechseln mit einer Fülle von Gleichnissen und Geschichten aus dem Neuen Testament, wie sie in dieser Kompaktheit kaum anderswo zu hören sind.

Engagement und Begeisterung

Laura Baxter und ihr Chor „Quertöne“ brachten „Godspell“ in der voll besetzten Hugenottenkirche zur Aufführung. Durchweg junge Leute waren es, die mit viel Engagement und sichtbarer Begeisterung zweieinhalb Stunden lang die Szenen belebten. Als Jesus-Darsteller wirkte der Abiturient Hannes Herrmann, der singend und sprechend scheinbar mühelos die zahllosen Texte seiner Dauerpredigt bewältigte. Er wie auch die anderen Solisten bewiesen für junge Laien erstaunliche Routine. Es waren im Verlauf des Musicals einige sehr schöne Solostinnnen zu hören. Chor und Band agierten homogen, die im Hintergrund bleibende Laura Baxter verstärkte mit emotionsgelandenem Dirigat die szenischen Stimmungen.

Die als schwierig geltende Inszenierung machte Laura Baxter und ihre Gruppe offensichtlich wenig Probleme. Mit einfachen Mitteln, die einfallsreich eingesetzt wurden, gestaltete das Ensemble die einzelnen Szenen. Während der Chor „Tag für Tag“ anstimmte, zeigten Darsteller mit symbolhaften Arbeitsmitteln wie Staubsauger und Laptop Facetten des heutigen Alltagslebens. Wirkungsvoll waren Teufel und Engel, die einen zischend und mit gierigen Fingern nach dem armen Opfer greifend, die anderen mit wippenden Flügeln und Heiligenschein Fröhlichkeit und Zuversicht ausstrahiend. Gelungen auch die szenischen Darstellungen von Gleichnissen. Beispielhaft für die Umsetzung in die heutige Zeit war der barmherzige Samariter, bei "Godspell“ als Betrunkener „auf Reisen“ dargestellt. Der niedere soziale Rang des Samariters zu Jesu Zeiten dürfte in der eines nichtsesshaften Alkoholikers heute seine Entsprechung finden.

Gut umgesetzt

Das Musical endet mit Verrat und Kreuzigung (auch hier wurde die Stimmung vom Chor schauspielerisch gut umgesetzt) und hinterlässt damit nach all den vorhergehenden fröhlichen Gesängen und Szenen eine gedrückte Stimmung, die auch durch die Wiederaufnahme des Eingangsliedes „Bereitet dem Herrn seinen Weg“ nicht zur ursprünglichen Fröhlichkeit und Zuversicht zurückführen konnte. Für die Abrundung des biblischen Geschehens wäre eine Auferstehungsszene durchaus denkbar gewesen.

Mit brausendem Schlussapplaus würdigte das Publikum das Musical und die Leistung der Darsteller.

CHARLOTTE LORENZ

Erlanger Nachrichten – 15. Mai 2002

      quertöne – der Musical-Chor
http://quertoene.de/dg/mp.htm, letzte Änderung: 30. Mai 06 durch Thomas Düthorn